Geschichte des Dorfes seit 1945

 

Zum Dorf Grottewitz zählten vor 1945 sieben Bauerngüter, eine Schmiede mit Gastwirtschaft und Post sowie einige Häusleranwesen. Im Zentrum des Ortes befand sich das größte Gut. Es gehörte einst dem Gutsbesitzer Friedrich Julius Pfütze. Nach seinem Tode wechselte es in den Besitz der Familie Hensel. Durch Einheirat wurde später bis 1945 ein Bauer Spenke aus Bröhsen Eigentümer des Gutes.
Zu Beginn des Jahres 1945 wirkte sich das drohende Ende des 2. Weltkrieges auch auf Grottewitz aus.
Im Januar des selben Jahres kam ein Flüchtlingstreck aus Schlesien in Grottewitz an. Den flüchtenden Familien wurde von Grottewitzer Bürgern Unterschlupf gewährt.
Da nach dem Ende des Krieges durch das Potsdamer Abkommen eine Rückkehr über die Oder-Neiße-Grenze nicht mehr möglich war, wurden die Flüchtlingsfamilien in Grottewitz angesiedelt.
Einige der Schlesier hatten im Sommer 1945 vergeblich versucht, in ihre Heimat zurückzufahren und wurden abermals von Grottewitzer Bürgern aufgenommen. Sie erhielten im Rahmen der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone eine Neubauernstelle.
Wegen der Größe seines Landbesitzes von mehr als 100 ha wurde der Bauer Spenke von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet und sein Land im Rahmen der Bodenreform in 11 Neubauernstellen aufgeteilt. Fast jeder der Siedler baute ein Einfamilienhaus mit Stallungen, so dass sich das Dorf entschieden vergrößerte.
Am 1.4.1960 erfolgte im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR die Schaffung der LPG „Oberland“ Grottewitz Typ I (Im Typ I wurden nur die Wiesen und Felder zusammengelegt). Die Neubauern wurden 1962 mit den anderen 6 Bauern von Grottewitz zur LPG Typ III „Albrecht Thaer“ zusammengeschlossen. (Typ III entsprach Typ I + Vieh (Pferde, Rinder und Schweine)) Grottewitz war bis 1964 eine selbständige Gemeinde mit einem Bürgermeister.
Zum Gemeindeverband zählten die Nachbardörfer Zaschwitz und Löbschütz.
1968 gliederte man die Grottewitzer LPG der damaligen Nerchauer LPG „Karl Marx“ an.